Siegen schützt sich
Schutzkonzept vor sexuellen Übergriffen vor Ort
Ende August hat die Gemeindesprecher-Versammlung der westfälischen Gehörlosengemeinden über ein Schutzkonzept aller Gehörlosengemeinden diskutiert. Von dort haben die Gemeindesprecher den Auftrag mitgenommen:
Denkt in der Gemeinde darüber nach: Wo fühle ich mich sicher? In welcher Situation fühle ich mich nicht wohl? Wie können wir das verbessern?
In Siegen haben wir Ende September beim Gehörlosen-Café damit angefangen. Wir haben ein Wimmelbild angeschaut. Das zeigt eine typische Kirchen-Gemeinde:
Menschen treffen sich. Manche Treffen sind ganz normal und harmlos. Zum Beispiel können Senioren gemeinsam draußen Gymnastik machen. Aber manchmal ist nicht alles in Ordnung Zum Beispiel:. 2 Freundinnen machen Witze über ein 3. Mädchen. Oder ein Mann umarmt ein Mädchen, aber die will das nicht.
Wir haben uns gefragt: Gibt es ähnliche Situationen bei uns? Und Ja, die gibt es! Zum Beispiel bei der Begrüßung. Es gibt Gehörlose, die möchten keine Umarmung bei der Begrüßung. Das müssen wir akzeptieren. Aber wir können sie freundlich begrüßen mit einem Händedruck oder einem Nicken. Einige Gehörlose haben sogar von eigenen Erfahrungen von früher erzählt. Da sind sie von andern Gehörlosen angefasst worden, aber sie wollten das nicht. Deshalb haben sie dem anderen eine Ohrfeige gegeben.
Da haben wir überlegt: Wie sollen Menschen reagieren, die so einen Übergriff beobachten?
Wir haben so intensiv diskutiert, da war der Nachmittag ganz schnell vorbei.
Beim nächsten Treffen haben wir unsere Räume angeschaut: Fühlen wir uns überall wohl? Oder gibt es Ecken, wo wir uns unwohl fühlen?
Für diesen Teil hat unser Gemeindesprecher Frank Baumgardt einen Raum-Plan gezeichnet. Dort konnten wir sehen: Wo ist die Treppe? Wo ist die Küche? Wo ist der Saal? Mit grünen, gelben und roten Klebe-Punkten haben wir die Räume bewertet: an grünen Punkten fühlen wir uns Wohl, an roten fühlen wir uns immer unwohl. Und bei gelben Punkten fühlen wir uns manchmal unwohl, zum Beispiel bei Dunkelheit oder alleine.
Wir haben auch überlegt: Können wir dunkle Ecken vielleicht mit Spiegeln sicherer machen? Dann sind Verstecke besser einsehbar.
Die westfälischen Gehörlosengemeinden sammeln alle Ergebnisse. Auch unsere Erkenntnisse gehören dazu. Wir hoffen, dass unsere Gemeinden so zu sicheren Orten für alle werden.