Weihnachtsgottesdienst an Heiligabend
Lange Tradition in Münster
Seit vielen Jahren ist es Tradition: Der Gottesdienst am Heiligabend in der Kapelle des Borromäums in Münster. Hier ist das Priesterseminar des Bistums Münster. Heiligabend ist niemand hier. So können wir die große Kapelle für den Weihnachtsgottesdienst benutzen. Um 14 Uhr geht es los. Das ist sehr früh für einen Heiligabendgottesdienst. Die Gehörlosen sind die ersten im Bistum Münster, die den Weihnachtsgottesdienst feiern. Aber alle wollen auch rechtzeitig nach Hause zurück zur Bescherung. Fünfzig Personen sind gekommen, einige Kinder sind mit dabei. Das Gottesdienstteam besteht aus Pfarrer Wolfgang Schmitz, den Gehörlosenseelsorgerinnen Monika Prillwitz und Anne-Merle Kohlschreiber, den Wortgottesdienstbevollmächtigten Karsten Kißler und Michael Rubbert, und Pfarrer Christoph Hauschild.
Mit Gebärdenlied von Michael Rubbert: Tür offen – Tor weit, beginnt der Gottesdienst. Die Weihnachtsgeschichte wird von Christoph Hauschild gebärdet und die Geschichte von der Ankündigung der Geburt Jesus bei Maria von Monika Prillwitz. Dann gebärdet Anne-Merle Kohlschreiber (sie fängt gerade in der Gehörlosenseelsorge an) zum ersten Mal ein längeres Stück. Es handelt sich um einen erfundenen Dialog zwischen Gott und Maria. Maria ist eine moderne Frau und sagt „nein“ zu Schwangerschaft und Geburt von Jesus. Schließlich bringt sie Gott dazu, „bitte“ zu sagen. So kann Weihnachten doch noch kommen. Die Predigt dazu hält Wolfgang Schmitz.
Wir wünsche uns gegenseitig Frieden und feiern die Eucharistie. Das Lied O Tannenbaum darf nicht fehlen, gebärdet natürlich, von Karsten Kißler. Nach einem Video-Film von stille Nacht, heilige Nacht endet der Gottesdienst mit dem Weihnachtssegen. Für die Kinder gibt es als Geschenke Weihnachtsmänner aus Schokolade und die Erwachsenen bekommen die Losungen für Gehörlose. Glücklich und zufrieden fahren dann alle nach Hause.