gebaerdenkreuz.de

Gehörlosenseelsorge in der Evangelischen Kirche von Westfalen

20.04.2022

Regionaler Ostergottesdienst Ruhrgebiet 2022

Nach zwei Jahren Corona-Pause konnte in diesem Jahr endlich wieder der regionale Ostergottesdienst in Lünen gefeiert werden. Und sogar das anschließende Beisammensein im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen war wieder möglich!
35 Personen aus der ganzen Region waren in der Kirche zusammengekommen, unter ihnen auch ein Mann aus Japan. Der Gottesdienst wurde von den Gemeindesprecherinnen Daniela Trendel und Silvia Cichy sowie Pfarrer Hendrik Korthaus und Pfarrerin Christine Brokmeier gestaltet. Texte und Gebärdenlieder verkündeten die Osterbotschaft. Auch wenn dies in diesem Jahr nicht so leicht fiel. Denn der Krieg in der Ukraine lastet schwer auf der Seele. An einer Wüstenpflanze wurde dies deutlich gemacht. Die Rose von Jericho ist eine braune und trockene Pflanze. Wie vertrocknet fühlt sich manchmal auch die Seele – dann, wenn das Leben schwer ist.
Doch die Pflanze verändert sich, wenn sie in Wasser getaucht wird. Dann öffnet sie sich und wird grün. Sie erblüht zu neuem Leben. An Ostern ist Jesus auferstanden von den Toten. Auferstanden zu neuem Leben. In der Taufe ist auch uns dieses neue Leben geschenkt worden. Zeichen dafür ist das Wasser. Deshalb tauften die ersten Christen in der Osternacht. Als Zeichen für das neue Leben bekamen sie ein weißes Taufkleid, das sie eine Woche lang getragen haben – bis zum Sonntag nach Ostern. Er trägt den schönen Namen „wie die neugeborenen Kindlein“.
Die Wüstenpflanze öffnet sich durch das Wasser. So können auch wir im Gedenken an unsere Taufe immer wieder Kraft schöpfen und uns wieder neu öffnen – für Gott und für das Leben. Ja, es gibt viel Leid, viel Ungerechtigkeit und Unfrieden. Aber es gibt auch Ostern, es gibt das neue Leben, das uns schon geschenkt ist. So stehen wir jeden Tag neu auf für Frieden, für Liebe, für Gerechtigkeit. Denn Ostern, das bedeutet Licht in der Nacht.
Nach dem Gottesdienst bekam jeder und jede eine Wüstenpflanze, als Erinnerung an die Taufe und als Ermutigung, sich immer wieder neu Gott und dem Leben zu öffnen.
Im Gemeindehaus nebenan waren schon vor dem Gottesdienst die Tische liebevoll eingedeckt worden. Und auch während und nach dem Kaffeetrinken waren viele fleißige Hände im Einsatz. Allen Helfern und Helferinnen ein herzliches Dankeschön!
Gestärkt an Seele und Leib machten sich schließlich alle auf den Heimweg.

Fotos: B. Dyga/ B. Würfel / H. Korthaus; Text: Chr. Brokmeier